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Motorräder im Stau - sicher vorbei

Motorräder im Stau - sicher vorbei

Darf man sich mit dem Motorrad durch einen Stau hindurchschlängeln?

In der Praxis taucht immer wieder die Frage auf, ob Motorradfahrer auf Autobahnen, den zwischen den Autokolonnen entstehenden Zwischenraum befahren dürfen, um so schneller durch den Stau zu kommen.

Aus juristischer Sicht ist die Sachlage klar: Das Hindurchschlängeln gilt als Überholvorgang und ist damit verboten.

Aktuell wird heftig darüber diskutiert Motorradfahrern das Verlassen der Autobahn bei Stau zu ermöglichen. Dabei wird unter anderem gefordert, die Rettungsgasse für Motorradfahrer freizugeben, um so ein Vorbeifahren an den Kolonnen zu ermöglichen. Für diese Lösung spricht, nach Meinung der Befürworter, dass den Motorradfahrern ein ganzer Fahrstreifen zur Verfügung stünde. Dadurch soll das Unfallrisiko minimiert werden, da die Autofahrer mit den Motorräder immer in der gleichen Spur rechnen würden. Alternativ wird vorgeschlagen, die Standspur für Motorradfahrer im Stau bis zur nächsten Ausfahrt freizugeben. Ob und wenn ja wie der Gesetzgeber diesen Änderungsvorschlägen folgt ist momentan nicht absehbar.

Neben dem unzulässigen rechts Überholen bleibt jedoch die generell zulässige Variante des Linksüberholens. In den meisten Fällen bleibt dem Motorradfahrer jedoch nicht genug Platz, um einen ausreichenden Sicherheitsabstand zur Fahrzeugkolonne einzuhalten, ohne gleichzeitig in unzulässiger Weise die äußerst linke Fahrbahnmarkierung zu überfahren. Da auch das Sicherheitsrisiko bei einem solchen Überholvorgang sehr hoch ist, wird Motorradfahrern von derartigem Verhalten generell abgeraten.

ADAC-Standpunkt:

Insbesondere während der Sommerferien
müssen sich Kraftfahrer auf deutschen Autobahnen
und Fernstraßen in Geduld üben.
Die ADAC-Sommer-Staubilanz spricht Bände:
In Summe werden an den Sommerferien-
Wochenenden knapp 1.000 Staus über zehn
Kilometer Länge auf Autobahnen registriert.
Hiervon betroffen sind neben zahlreichen
PKW und LKW auch Motorradfahrer, die in
ihrer Schutzkleidung der Witterung ausgesetzt
sind und weder über Klimaanlage noch
Heizung verfügen. Mehr als nur verständlich,
dass nun Stimmen laut werden, das Vorbeifahren
von motorisierten Zweirädern am Stau
auf Autobahnen und mehrspurigen Fernstraßen
in Deutschland zu legalisieren.

Motorrad im Stau – was tun?
Laut Straßenverkehrsordnung (StVO) sind außerorts
auch Motorräder in Stausituationen auf
deutschen Straßen zum Stillstehen verdammt:
Nach geltender Rechtslage ist sowohl das Hindurchschlängeln
zwischen stehenden Fahrzeugreihen
als auch die Benutzung der Standspur
verboten. Der Zweiradfahrer wird wie ein Autofahrer
verpflichtet, fahrbereit am Kraftrad zu
bleiben; ein Abstellen des Motorrades auf der
Fahrbahn ist nicht gestattet. Das stundenlange
Warten in Hitze oder Kälte führt zum Ermüden
des Motorradfahrers und schafft dadurch erhebliche
Gefahren.
In Österreich wurde vor mehr als zehn Jahren
eine gesetzliche Regelung eingeführt, die das
vorsichtige Vorbeifahren am stehenden Verkehr
erlaubt; das Befahren des Pannenstreifens ist in
Österreich dagegen auch für Motorradfahrer
verboten. Auch in anderen Staaten wie Frankreich,
Italien, Niederlande oder Großbritannien
ist das Durchschlängeln im Stau gängige Praxis
und bleibt ungeahndet.

In der Praxis wird ein Hindurchschlängeln von
Motorradfahrern im Stau nicht zur Anzeige gebracht.
Dennoch besteht eine erhebliche
Rechtsunsicherheit, die sich dann auswirkt,
wenn es zum Unfall kommt. Rechtsklarheit soll
eine Legalisierung des Vorbeifahrens schaffen,
wie von verschiedenen Seiten gefordert.

ADAC-Position
Hinsichtlich der geforderten Nutzung einer Rettungsgasse
für Motorradfahrer im Stau ist Folgendes
zu bedenken:
· Aus Sicherheitsgründen sollten Motorradfahrer
nicht zum Ausharren im Stau gezwungen werden.
· Auf deutschen Straßen wird nur selten eine
Rettungsgasse gebildet, geschweige denn offen
gehalten. Viele Verkehrsteilnehmer kennen
die Verpflichtung nach § 11 StVO gar
nicht. Deshalb gelangen Einsatzfahrzeuge mit
Sondersignal oftmals nur mühsam zur Unfallstelle,
wodurch wertvolle Zeit verstreicht und
für manche Unfallopfer jede Hilfe zu spät
kommt.
· Sonderrechte für einspurige Fahrzeuge, die
nicht zur Rettung oder Hilfestellung beitragen,
können einen Nachahmeffekt für andere Verkehrsteilnehmer
bewirken. Dadurch würde die
Rettungsgasse endgültig verstopft und die
verbleibenden Platzreserven reichten nicht für
deren erneute Bildung aus.
· Wenn das Vorbeifahren an stehenden Fahrzeugen
erlaubt wird, soll an der nächsten Anschlussstelle
ausgefahren werden. Es ist nicht
sinnvoll, Motorradfahrer bis zur Unfallstelle
vorfahren zu lassen, wo sie dann im Weg sind.
ADAC-Forderungen
Der ADAC befürwortet eine Sonderregelung für
Motorradfahrer im Stau. Dabei müssen zwingend
folgende Rahmenbedingungen berücksichtigt
werden:
Ø Die Freigabe der Standspur für Zweiradfahrer
ist besser als die Nutzung der Rettungsgasse.
Ø Nur an stehenden Fahrzeugen, nicht schon
bei zähfließendem Verkehr darf mit geringer
Geschwindigkeit (20 km/h) und gebotener
Vorsicht vorbeigefahren werden.
Ø Die Autobahn ist bei Stau an der nächsten
Anschlussstelle zu verlassen.
Ø Ausreichender Seitenabstand ist zur Vermeidung
kritischer Situationen mit anderen Verkehrsteilnehmern
unerlässlich.

ADAC e.V. • Ressort Verkehr Stand November 2009
Interessenvertretung Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.
Am Westpark 8, 81373 München Seite 1/1 www.adac.de/verkehr/sicher_unterwegs

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...Wenn einem soviel Gutes wird beschert...

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Jürgen Bechtel
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